Kräuterschinken aus dem Schweinenacken

Kräuterschinken aus dem Schweinenacken

Mild gepökelt – kalt geräuchert – mit mediterraner Kräuterkruste


Einleitung

Ein guter Kräuterschinken lebt nicht von möglichst vielen Gewürzen, sondern von einer ausgewogenen Kombination hochwertiger Kräuter, einer sauberen Pökelung und ausreichend Reifezeit.

Der Schweinenacken eignet sich hervorragend, da seine feine Marmorierung den Schinken besonders saftig hält. Während Rosmarin und Thymian für eine mediterrane Note sorgen, verleihen Wacholder und Knoblauch dem Fleisch Tiefe, ohne den Eigengeschmack zu überdecken.

Dieses Rezept eignet sich sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Hobbyräucherer.


Kurzinfos

Merkmal

Wert

Fleisch

Schweinenacken

Gewicht

2–2,5 kg

Pökelart

Trockenpökeln

Pökelzeit

28 Tage

Durchbrennen

12 Tage

Räuchergänge

3 × 8 Stunden

Holz

80 % Buche / 20 % Apfel

Reifezeit

5 Wochen

Schwierigkeit

Mittel


Zutaten

Fleisch

  • 2 kg Schweinenacken

Pökelmischung (pro kg)

  • 32 g Nitritpökelsalz
  • 3 g Rohrzucker
  • 2 g schwarzer Pfeffer
  • 1 g weißer Pfeffer
  • 1,5 g Knoblauchgranulat
  • 1,5 g Rosmarin
  • 1 g Thymian
  • 1 g Majoran
  • 0,5 g Lorbeer
  • 1 g Wacholderbeeren

Vorbereitung

Den Schweinenacken sauber parieren. Dicke Fettstücke leicht zurückschneiden, die feine Fettauflage jedoch erhalten, da sie den Schinken während der Reifung vor dem Austrocknen schützt.

Die Gewürzmischung sorgfältig herstellen und das Fleisch rundherum gründlich einreiben. Anschließend vakuumieren.


Pökeln

Den vakuumierten Nacken für 28 Tage bei 3–5 °C lagern.

Alle zwei bis drei Tage den Beutel wenden.

Während dieser Zeit bildet sich ausreichend Eigenlake.


Durchbrennen

Nach dem Pökeln:

  • kurz kalt abspülen
  • trocken tupfen

Anschließend

  • 5 °C
  • 75 % Luftfeuchtigkeit

für 12 Tage aufhängen.


Räuchern

Drei Kalträuchergänge

  • je 8 Stunden
  • maximal 18 °C
  • jeweils 10–12 Stunden Pause

Rauchmischung

  • 80 % Buchenmehl
  • 20 % Apfelmehl

Dadurch entsteht eine etwas mildere Rauchnote mit einer dezenten fruchtigen Nuance.


Reifen

Nach dem letzten Rauchgang:

  • 5–7 °C
  • 72–75 % Luftfeuchtigkeit

für mindestens fünf Wochen reifen lassen.


Anschnitt

Der fertige Kräuterschinken besitzt

  • eine kräftig rote Farbe
  • feine Kräuternoten
  • angenehme Rauchnote
  • saftigen Biss
  • leichte Marmorierung

Lagerung

Am Stück:

  • vakuumiert bis zu vier Monate

Angeschnitten:

  • gut eingewickelt
  • innerhalb von drei Wochen genießen

Schinkenmüller-Tipp

Kräuter niemals zu hoch dosieren. Während der langen Reife entwickeln sich ihre ätherischen Öle weiter. Was anfangs zurückhaltend wirkt, ist nach einigen Wochen häufig genau richtig. Weniger ist hier oft mehr.


Häufige Fehler

Zu intensiver Kräutergeschmack

Die Kräuter wurden zu fein gemahlen oder zu hoch dosiert.


Schinken wird trocken

Zu geringe Luftfeuchtigkeit während der Reifung.


Bittere Rauchnote

Zu viel Apfelholz oder zu lange Räucherzeiten.


FAQ

Kann ich nur Buchenmehl verwenden?

Ja. Der Schinken wird dadurch klassischer und etwas kräftiger im Rauchgeschmack.


Muss Rosmarin frisch sein?

Nein. Getrockneter Rosmarin lässt sich besser dosieren und verteilt sich gleichmäßiger.


Kann ich den Nacken mit Schwarte räuchern?

Ja, allerdings verlängert sich die Reifezeit etwas.


Welche Scheibendicke ist ideal?

Etwa 1 bis 1,5 mm. So entfaltet sich das Aroma am besten.


Passt hervorragend zu

  • Bauernbrot
  • Kartoffelsalat
  • Gewürzgurken
  • Honig-Senf
  • kräftigem Bergkäse

 

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