Projekt 5: Back to the Roots

Projekt 5 

 Ziel dieses Projekts war es, die klassischen Prozesse des Trockenpökelns, Durchbrennens, Räucherns und der anschließenden Reife unter möglichst einfachen Bedingungen zu beobachten. Verarbeitet wurden Schweinebauch, Schweinekamm und Schweinelende.

Rezeptur und Vorbereitung

Die Pökelmischung wurde klassisch angesetzt und einheitlich auf alle Teilstücke angewendet:

  • 32 g Nitritpökelsalz pro kg Fleisch

  • Lorbeer

  • Schwarzer Pfeffer

  • geringe Menge Zucker

Nach dem Einreiben mit der Pökelmischung wurden die Teilstücke einzeln vakuumiert. Das Vakuum sorgt für eine gleichmäßige Salzaufnahme, verhindert Oxidation und minimiert unerwünschte mikrobiologische Prozesse während der Pökelphase.

Pökelzeit und Durchbrennen

Die reguläre Pökelzeit betrug ca. neun Tage. Anschließend wurde das Fleisch für vier Tage durchbrennen gelassen. In dieser Phase verteilt sich das Salz gleichmäßig im Muskelgewebe, überschüssige Oberflächensalze gleichen sich aus, und der Wasserhaushalt stabilisiert sich.

Ein Kammstück wurde gezielt länger gepökelt und verblieb insgesamt 30 Tage im Vakuum. Ziel war es, die Auswirkungen einer stark verlängerten Pökelzeit auf Farbe, Textur und Aromabildung zu untersuchen. Entsprechend wurde die Durchbrennzeit dieses Stückes auf etwa sieben Tage verlängert, um eine vollständige Salzverteilung sicherzustellen.

Farbveränderung beim verlängerten Pökeln

Während der Durchbrennphase zeigte das 30 Tage gepökelte Kammstück eine deutliche Braunfärbung. Diese Farbveränderung ist bei langen Pökelzeiten technisch erklärbar.

Das im Nitritpökelsalz enthaltene Nitrit reagiert mit dem Muskelpigment Myoglobin und bildet zunächst Nitrosomyoglobin, das für die typische Pökelfarbe verantwortlich ist. Bei längerer Einwirkzeit, Sauerstoffabschluss im Vakuum und fortschreitenden enzymatischen Abbauprozessen kann es zu einer weiteren Umwandlung kommen. Dabei verschiebt sich der Farbton von rötlich zu braunen und dunkleren Nuancen.

Entscheidend ist hierbei die sensorische Beurteilung:

Die Oberfläche blieb trocken, frei von Schmierbildung, geruchlich neutral und ohne Anzeichen mikrobiellen Verderbs.

Räuchern

Geräuchert wurde klassisch mit Buchenholz. Ergänzend kamen wenige Wacholderbeeren zum Einsatz. Die Räucherführung wurde bewusst moderat gehalten, um eine Überlagerung der Fleischaromen zu vermeiden.

Während des Räucherns intensivierte sich die zuvor entstandene Braunfärbung deutlich. Rauchinhaltsstoffe wie Phenole und Aldehyde lagerten sich an der Oberfläche an und führten zu einer weiteren Abdunkelung der Farbe.

Trocken- und Reifephase

Die Trocken- und Reifezeit nach dem Räuchern betrug knapp zehn Tage. In dieser Phase kam es zu ungünstigen äußeren Bedingungen, da die Außentemperaturen kurzfristig deutlich anstiegen. Dies führte zu suboptimalen Reifebedingungen, insbesondere im Hinblick auf Temperaturstabilität.

Trotz dieser Umstände blieb das Fleisch sensorisch stabil. Es zeigten sich keine Anzeichen von Schmierbildung, Fehlgärung oder unerwünschtem Geruch.

Anschnitt und Bewertung

Beim Anschnitt zeigte sich ein klarer Unterschied zwischen den normal gepökelten Stücken und dem 30 Tage gepökelten Kammstück.

Das verlängert gepökelte Stück wies:

  • eine deutlich dunklere, gleichmäßige Farbe

  • eine festere Struktur

  • ein intensiveres, runder wirkendes Aroma

auf. Die längere Pökelzeit führte zu einer stärkeren geschmacklichen Tiefe, ohne negative Effekte auf Textur oder Salzgehalt.

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